Die Minenkolonie und das deutsche Kaiserreich

Guten Abend, meine lieben Freunde, Feinde, solche die mich überhaupt nicht kennen und natürlich die Neutralen.
Nach langer Abstinenz vom Bloggerleben (Ich hab mein Privatleben in einer leeren CD-Hülle wieder gefunden…) melde ich mich mal wieder zurück. Mein Ursprungsgedanke war ja “Unterhalte die Leute mit irgendwelchem Krampf aus deinem Alltag”. Nachdem mein Beitrag über die tragischen Probleme eines pickligen Teenagers gefloppt ist, sah ich das ein wenig anders und bin auf allgemeingültige Sachen umgestiegen. Laut diversen (zwei) Fanaussagen kam das schon bedeutend besser an.
Also ist der neue Leitgedanke dieses Blogs “Kommentiere Allgemeingültiges!”. Der subtilere Gedanke dahinter ist: “Blogge immer nur dann, wenn dir nichts besseres einfällt.”
Gut, damit wäre das beschlossene Sache. Es fehlt nur wie immer ein Thema. Meine erste Idee war ein Thema dem ich mich in näherer Zukunft widme: Dem Klischee. Falls du, werter Leser schon in den Startlöchern sitzt um zu schreiben “He Spast! Du bedienst aber auch dauernd Klischees!” dann möchte ich dich bitten damit zu warten, bis ich mich verteidigen kann und will.
Also: Worum geht es in diesem Artikel: Wie üblich liegt das Geheimnis in der Überschrift: Was hat das Kaiserreich mit der Minenkolonie zu tun?
Gute Frage… Ich, Gott und Kanzler in Personalunion habe lange über die Antwort nachgedacht und präsentiere sie daher auch…
Später.
Fangen wir mit einer kurzen Geschichte der beiden zu betrachtenden Objekte an. Zuerst das Kaiserreich…
Das deutsche Kaiserreich entstand irgendwann im Jahre 1871 als Spätfolge der französischen Revolution. Den Deutschen ging es zu dem Zeitpunkt richtig dreckig. Erst der 30 Jährige Krieg, weil der Papst und die Evangelen sich unbedingt mal wieder kloppen mussten und dann wurde Deutschland, dass nach dem 30 Jährigen Krieg sowieso nur noch aus zahllosen kleinen Fürsten- und Herzogtümern bestand auch noch von Napoleon überrannt. Ich kann mir richtig vorstellen, wie angepisst die damals alle waren… [Anmerkung des Verfassers: Mir fiel später auf, dass Napoleon erst nach der französischen Revolution losmarschiert ist. Ich bitte meinen Fehler zu entschuldigen; Ich wollte ihn eigntl. Korrigieren, hatte dann aber keinen Bock mehr den Absatz umzuschreiben]
Dann ging’s in Frankreich los: Blut floss, Köpfe rollten: Die Revolution hatte begonnen. Es dauerte nicht lange, da glaubten auch die Deutschen, dass es an der Zeit wäre was zu verändern. Die besonders Schlauen versteckten sich in ihren Schreibkammern und schrieben irgendwelche melancholischen Hymnen über Reich, Recht und Vaterland, (Böse Zungen würden das jetzt als die Geburtstunde der Gothics bezeichnen, aber ich halte mich da mal raus…) während die besonders Doofen Flaggen- schwingend irgendwelche Burgen stürmten. Jedenfalls wurde der Druck auf die hunderten von Fürsten und Herzogen und Freiherren und Könige usw. immer größer. Unter der Führung des preußischen Ministerpräsident Otto von Bismarck trafen sich die besagten Fürsten, Herzöge, Freiherrn und Könige in der Frankfurter Paulskirche. Die Massen erhofften sich von diesem Tag die Gründung eines neuen deutschen Reiches und endlich auch ein Mitbestimmungsrecht. Das erste konnte unter großem Protest eingeführt werden, das zweite scheiterte an der Reformunwilligkeit der Adligen. Ab diesem Tag war Deutschland eine konstitutionelle Monarchie mit einen Kaiser an der Spitze. Alles jubelt, alles lacht und es hat auch scheinbar jeder vergessen, dass man eigentlich ne Demokratie haben wollte. Das haben die Herren in der Paulskirche aber nicht über sich gebracht. Dazu musste erst noch ein Weltkrieg verloren werden…
Jedenfalls waren wir im Kaiserreich. Es gab ab jetzt einen Reichstag wo sich die Parteien miteinander kloppen durften, aber wirklich was zu sagen hatten sie nicht.
Und hier – Genau hier – schlagen wir den Bogen zu ForenRPGs, beziehungsweise Internet-Communities generell und als besonderes Beispiel die Minenkolonie.
Was ist die Minenkolonie? Manche sagen sie ist ein Riegel, andere behaupten es ist die vermutlich längste Praline der Welt! …Nicht richtig? Nein? Schade.
Die Minenkolonie ist ein Online-Browsergame, ein so genanntes “MMORPG”. Was “MMORPG” heißt, weiß ich nicht, es klingt aber sehr intelligent. Wenn du, werter Leser es wissen willst, gibs doch einfach bei google ein…
Die Minenkolonie ist also ein Browsergame. Das heißt man klickt sich durch ziemlich viele Fenster, tötet Monster, erlernt Fähigkeiten um Monster beim Töten auszunehmen und verkauft ihre Eingeweide dann an andere Spieler weiter, die daraus irgendwelche Zaubertränke basteln können, die sie dann wieder an dich verticken damit du noch mehr Monster töten kannst. Der MK-Wirtschaftskreislauf ist in etwa so genial, wie der, den Deutschland 1923 hatte: Hyperinflation. Wenn man gerade mit MK angefangen hat, gibt es eigntl. Nur zwei Wege: Entweder man zockt drei Tage lang und bemerkt dann das man keinen Bock mehr hat, weil täglich Monster killen einfach langweilig ist oder man entdeckt diese gut versteckte Option RPG zu machen. RPG? Ihh, was ist das? RPG ~ Role Playing Game, Rollenspiel. Man schlüpft in die Rolle einer Figur und schreibt in einer Chat-ähnlichen Umgebung seine Handlungen und Worte auf. Klingt langweilig? Kommt auf den Charakter an. Viele Rpler fühlen sich an dieser Stelle oft angegriffen und reagieren bissig: “Du findest das nur scheiße, weil du nicht so viel Fantasie hast wie ich!” Das ist eindeutig falsch. Rpler haben nicht mehr und nicht weniger Fantasie als ihre Artgenossen. Sie leben sie nur anders aus. Man könnte soweit gehen, zu behaupten, dass Rpler im Kindesalter stehen geblieben sind. Wer hat schließlich nicht in der 2. Oder 3. Klasse ein wenig rum gesponnen wie es wäre jemand ganz anderer zu sein?
Rpler machen das noch immer und verbinden dass mit dem neuen “bösen” Medium Internet. Warum sollte man seine quäkigen Gedanken denn nicht mit anderen teilen? Der Spieler fängt also mit dem RP an. Dazu muss er sich erstmal frei schalten, denn Sajeth (An dieser Stelle, lieber Leser neigst du bitte ehrfürchtig den Kopf und schwörst vor deinem neuen Gott – Sajeth – dass du von nun an nur noch ihm Folge leistest und jeden seiner Forenposts, wo immer sie stehen mögen, bedingungslos unterstützt. Denn Sajeth ist der Herr, dein Vater, der Programmierer, in Ewigkeit, Amen.) hat da einen ganz brillanten Trick eingebaut: Ehe man loslegen kann, muss man quasi das Handbuch lesen, eine knappe Bildschirmseite mit der üblichen Nettiquette (Nicht beleidigen, nicht verbal schlagen, kein PP (dazu später mehr) und ein Glaubensbeweis an den Herrn) in der irgendwo der Freischaltlink versteckt ist.

Ein Großteil der angehenden MK-Spieler scheitert schon hier und es ergibt sich ein neuer Erstlingsthread im Forum, der meist in etwa so aussieht:
“Hey Leutzz,
Kann mia einer sagen, wo der Link is zum Freischaltan und sou? Ich cheq das voll net…”
Aber zum Glück sind die Moderatoren und Admins stets bemüht auch in solchen Fällen für schnelle und vor allem freundliche Hilfe zu sorgen. Einen Tag später steht also unter diesem Thread:
“ Hi dampfnudel35,
Nachdem ich deinen Post 5x bei Google durch den Übersetzer gejagt habe, habe ich schließlich verstanden was du meinst und habe sogar meine Antwort übersetzen lassen:
Biszt du zu blöd zum lesen oda sou? Den Text musst du durchcheqen, dann findest dou den Link

In diesem Sinne
Closed”

Das letzte Wort ist dabei so was wie der Reichsapfel von Kaiser Karl: Eine unanfechtbare Herrschaftsinsignie. Hier durch wird demonstriert: Sieh mal, ich Mod, du nix.
Außerdem habe ich die fünf bis unendlich Posts vergessen, die zwischen dem ersten und letzten liegen:

“Boah,
Ich raff voll nich was der will.
Lern mal Deutsch, ja?”

Lustigerweise stammen diese Posts von Leuten die erst eine Woche zuvor selbst die Frage nach dem Freischaltlink gestellt haben. Auch sie wurden “behandelt”, wie kommt es also, dass ihnen jegliches Mitgefühl abhanden gekommen ist?
Meine Antwort auf diese Frage würde an dieser Stelle so was wie Gotteslästerung darstellen, daher lassen wir das. Soll sich jeder seinen Teil denken.
Aber wir sind immer noch bei unserem MK-Neuling: Nachdem er sich endlich dazu durchgerungen hat wirklich den Text zu lesen, ist es endlich soweit: Der Freischaltlink ist gefunden und das RP somit eröffnet. Erste Frage an den Delinquenten: Wie heißt dein Charakter? In diesem Falle zieht der versierte Rpler wahlweise Eragon oder Herr der Ringe, manchmal auch Harry Potter aus dem Regal und sucht einen Namen. Wenn ein besonders fantasievoller gefunden ist geht’s weiter. (Einige bleiben hier aber auch bei ihren Erstlingswerken, so ist mir schon einmal “Neuling Kampfzigarette” entgegengekommen…) Nächste Frage: Was macht dein Chara(kter) in der Minenkolonie?
Für alle, die noch nie Gothic gespielt haben: Die Minenkolonie ist ein Tal auf der Insel Khorinis und wird von der magischen Barriere umgeben. Man kommt rein aber nicht raus. Straftäter werden rein geschmissen und kommen nicht mehr raus. Aus Gründen, die mir jetzt zu lange dauern zu erklären, liefern die Gefangenen magisches Erz an die Leute außerhalb der Barriere.
Also: Was hat dein Chara verbrochen? Niemand möchte gerne ein Verbrecher sein, daher kommt Schema F der Geschichten zum tragen. “Ich war ein großartiger General des Königs, aber man hat mich verraten und zu Unrecht rein geworfen und jetzt will ich Rache!” Soweit, so gut; nächste Frage:
Welchem Lager schließe ich mich an? Drei Lager gibt es im Originalen Gothic, vier in der MK. Kommen wir also zu einer kurzen Erklärung der Lager:

Das alte Lager: Eine alte Burg in der Mitte der Kolonie. Hier herrscht eine strenge Hirarchie. Ganz oben sitzen die Erzbarone, die nichts tun und alles kriegen, darunter sind die Gardisten, deren Aufgabenbereich sich auf Schutzgelderpressung und Torbewachung beschränkt. Anschließend und ganz unten sitzt der Schatten. Der hat prinzipiell nix zu tun, ist aber aus irgendwelchen mir unerklärlichen Gründen ein guter Dieb und Bogenschütze. Als Sonderzweig gibt es noch die Feuermagier. Diese stellen eine Mischung aus Meister Yoda und den Franziskaner-Mönchen dar. So in etwa sieht es im originalen Gothic aus. In der MK sieht das ein wenig anders aus: Auch hier sitzen die Erzbarone die meiste Zeit nur rum und kommen nur zu großen Aktionen raus. Gardisten erpressen die meiste Zeit über Schutzgeld, sitzen am Lagerfeuer und haben Liebesbeziehungen mit Schatten. Schatten haben nur Liebesbeziehungen und sitzen am Lagerfeuer. Die Feuermagier (auf die ich später noch genauer eingehen möchte) sind einfach da, sammeln Kräuter, glauben besseres RP als alle anderen zu machen und freuen sich, dass keiner sie leiden kann.

Das neue Lager: Eine Höhle an einem See, in einem Berg, in der Kolonie. Hier haben die Wassermagier – eine Art Konterpart zu den Feuermagiern – das Sagen. Ein Wassermagier lässt sich leicht an seiner seeblauen Robe, einem debilen Grinsen und dem Anstecker “Ich bin ja so dermaßen tolerant!” erkennen. Den Wassermagiern zur Hand gehen die Söldner. Diese tragen bläuliche Rüstungen mit Flicken und rauchen die meiste Zeit über Sumpfkraut, so ne Art Haschisch, streiken oder führen Liebesbeziehungen. Den Söldnern untergeordnet sind die Banditen. Wie der Name schon sagt beschäftigen sich Banditen mit dem Diebstahl. Einige sind dabei richtig exzessiv, denn “Bandit xy knackt das Schloss und räumt die Hütte aus. Niemand hat ihn gesehen. Er knackt die nächste Hütte, niemand hat ihn bemerkt. Mit dem Eigentum von zwanzig Schatten unter dem Arm verlässt er das Lager. Niemand hat ihn gesehen.”
Das ist natürlich logisch nachvollziehbar, denn gute Banditen können laut Charakterbiographie auf ein Leben als Meisterdieb zurückblicken, die natürlich alle tragischer Weise beim Coup ihres Lebens (Zepter/Krone/Mantel/Zahnbürste des Königs) von ihren Komplizen verraten wurden. Nebenbei führen natürlich auch Banditen Liebesbeziehungen.

Das Sumpflager: Einige Bretterinseln irgendwo im Sumpf. Hier leben die sg. Sektenspinner. Sie vertreten einen radikal anderen Glauben, als die anderen Lager, aber weil ja in diesem mittelalterlichen Browsergame alle so tolerant erzogen wurden, passiert ihnen nichts. Angeführt werden die Sektenspinner von ihrem Chef-Guru Y`berion. Der sitzt tagein tagaus in seinem Tempel und lässt niemanden mit sich sprechen. Y`berion untergeordnet sind die Gurus. Diese sorgen dafür, dass das alltägliche Leben seinen Gang geht und sind für Sumpfkrauternte (Ja das Sumpflager ist ein Drogenumschlagplatz), Unterricht der Novizen und ähnliche tägliche Arbeiten zuständig. Außerdem sind alle Gurus fähig Magie zu wirken. Für den Schutz der Gurus und des Lagers gibt es die Templer. Das ist quasi noch mal das Gleiche aber bewaffnet und nicht ganz so magisch. Den gesellschaftlichen Bodensatz des Sumpflagers bildet der Novize. Er erntet Sumpfkraut, raucht es und lässt sich bepredigen. In der Minenkolonie hat das Sumpflager den besten Ruf von allen Lagern, da hier tatsächlich RP betrieben wird. Eine Beförderung dauert zwar schon mal mehrere Monate, aber dafür soll das RPG der Sumpfler sehr anspruchsvoll sein.

Last but Not least:
Das Orklager: Das kommt im eigentlichen Gothic gar nicht vor. Irgendwie gibt es dieses Lager in der MK aber doch. Gott Sajeth selbst ist der Anführer dieses Lagers, weswegen dieses Lager einige Sonderprivilegien genießt, wie etwa, dass die Karrieren hier etwas ausgeprägter als in den anderen Lagern sind und dass man erst ein spezielles Item finden muss, ehe man das Lager betreten kann. Irgendjemand kam dann im Laufe der Zeit auf die glorreiche Idee, dass das Orklager die “Älite” der Minenkolonie beherberge. Stimmt das? Sehen wir uns das genauer an:
Weil das Orklager absolut Anti gegen alle anderen Lager ist, leben hier natürlich nur die wirklich pösen Menschen. Das sind dann Charaktere die wirklich durch und durch böse sind! Also wirklich gerade zu finster… Ich verrenn mich da, Moment…
Jedenfalls leben hier die Schwarzmagier. Diese wollen alle anderen Menschen umbringen und die Welt in ein von Zombies bevölkertes Jammertal verwandeln. Weil sie andere Menschen deshalb auch sosehr hassen, heiraten sie öfters Mal, küssen sich, sind für lustige Streiche zu haben und führen oft rege Freundschaften zu Andersgläubigen. Den Magier untergeordnet sind die Adepten. Das sind Schwarzmagier in Lehre. Weil sie noch nicht alle Zauber können und diese auch nur erlernen, wenn sie ein Verhältnis zu einem Schwarzmagier haben, vertreiben sie sich die Zeit damit in andere Lager zu gehen, dort schlechtes RP zu machen und anschließend zu behaupten, dass das betreffende Lager einfach bloß kein gutes RP machen könne.
Die nichtmagische Karriereleiter fängt mit den Orkspähern bzw. Jägern an. Deren eigentlicher Sinn hat sich mir nie so wirklich erschlossen, da ich in den 7 Monaten, in denen ich Mkler war, nie einen Jäger auf der Jagd gesehen habe. Meistens saßen sie im alten Lager am Lagerfeuer und haben rumgepöbelt oder ihre guten Freunde bei der Garde besucht…
Jedenfalls kann man sich auch hier hocharbeiten und bekleidet dann den Rang eines Orksöldners.
Der tut im Prinzip genau das gleiche, wie der Orkspäher, erscheint durch seinen Rang aber wichtiger und hat meist weitaus mehr Beziehungen zu allen möglichen Leuten (teils auch zu den unmöglichen; es gibt wirklich Söldner die von sich glauben mit Beliar, dem Gott der Dunkelheit in Gothic gesprochen zu haben…). Das Orklager ist also die selbst gekürte Elite unter den Lagern. Bei genauerer Betrachtung drängt sich einem die Tatsache, dass die Orklageristen alle samt anders als die anderen Lager sein wollen und sich trotzdem gegenseitig lieb haben gerade zu auf. Darf ich auf meinen Artikel über Hardcore-Individualisten verweisen?
Jetzt wo wir die verschiedenen Lager besser kennen gelernt haben, ist es an der Zeit unsere Figur (Nennen wir sie Frank) in eines dieser Lager zu schicken. Seinerzeit hatte ich mich für das alte Lager entschieden, daher wird Frank das jetzt auch tun. Wir gehen mal davon aus, dass Frank die Vorraussetzungen für eine Aufnahme erfüllt. Er ist Level 5 und hat sich im Kampf zwei schwarze Erzbrocken erkämpft. Gut, meinetwegen hat er sie sich auch erschnorrt. “He,sry, hassu vllt. 2 Erzbrocken? Wär voll kewl…”
Frank klickt nun also die Option “Lager beitreten” an. Nach einem kurzen Zwiegespräch mit einem NPC (Non Player Charakter ~ Eine Figur die vom Computer gesteuert wird) ist es vollbracht: Frank gehört den Schatten an und ist um zwei Erzbrocken leichter. Jetzt könnte Frank sich hinsetzen und zufrieden sinnieren, was er alles erreicht hat. Doch Frank hat große Pläne: Eines Tages möchte er Feuermagier werden! Wir wissen natürlich was er tun muss um befördert zu werden…
…Wer ruft da gerade “Gutes RP machen!”? Was für ein Schwachsinn! Natürlich meldet sich Frank erstmal im Minenkolonie-Chat an um seine neuen Bekannten jetzt persönlich kennen zu lernen. Frank lernt hier Sajeth, Y`berion, Dewarion und die ganzen anderen Götter in Mod-Rot kennen. Es dauert nicht lange bis er verstanden hat, wie man sich zu verhalten hat:
1. Gebot: Wenn Sajeth etwas sagt kommt es sofort in die “Hall of Quote” (Ein Forumtopic in dem die “besten” Zitate gesammelt werden)
2. Gebot: Wenn Y`berion etwas sagt kommt es sofort in die “Hall of Quote”
3. Gebot: Wenn Dewarion etwas sagt kommt es sofort in die “Hall of Quote”
4. Gebot: Egal welchem Lager du angehörst: Beschwer dich über das alte Lager!
5. Gebot: Für die Fortgeschrittenen: Gründe deinen eigenen Fan-Club!
6. Gebot: Hol dir die ICQ-Nummern deiner Ingame-Vorgesetzten!
7. Gebot: Kein Kommentar über mieses RP in Führungsebenen. Wenn du es für mies hältst, ist in Wahrheit deins schlecht
8. Gebot: Schön mitlästern, wenn schlechtes RP von irgendwelchen Neulingen zitiert wird!
9. Gebot: Immer nur die allgemeine Meinung vertreten.
10. Gebot: World of Gothic (Gegner-Forum, gibt ne Hintergrundgeschichte) ist böse!

Wenn man sich streng an diesen Kodex hält, hat man schon gewonnen. Wichtig ist im RP noch: Besorge dir einen Freund mit einem netten Rang. Dies erreicht man durch massives Schleimen und Worte wie “Sir”. So ist man immer auf dem Laufenden wie es um die eigene Beförderung steht und kann notfalls ganz dezent Druck machen. Gut, natürlich ist immer noch eine oder zwei RP-Aktionen notwendig. Hierbei lohnt es sich gar nicht Eigeninitiative zu ergreifen und ein riesiges Konzept für eine Lager-Umspannende Mission vorzustellen, diese würde von den betreffenden Mods nicht beachtet werden. Nein, sinnvoller ist es, sich einer Aktion, die von einem Mod ausgerufen wurde anzuschließen. Es ist nicht nötig wirklich was zu erreichen, man muss nur stets erklären wie minderwertig man selbst im Vergleich zu den Anderen ist.
Der Morgen nach dieser Aktion birgt eine Beförderung.
Gehen wir davon aus, dass Frank sich auf diese Art und Weise bei den Schatten durchgekämpft hat. Er hat nun auch den notwendigen Level um den Feuermagiern beizutreten. Ab hier beginnt der Bruch. Zum ersten Mal muss Frank eine Ingame-Bewerbung schreiben. “Warum ich Feuermagier werden will” ist der Titel dieses kleinen Essays. Frank nimmt also seine ganze Kraft zusammen und kleistert das Essay in die Tasten. Zwei Tage später erhält er die Annahmebekundung. Frank darf jetzt den Feuermagiern beitreten.
Natürlich macht er das auch umgehend und ist nun ein “Lehrling des Feuers”. Ein engagierter Magier hat ihm mittlerweile den Link zu einem Forum der Feuermagier per Brieftaube gesandt. Frank weiß, dass die Feuermagier auch ein Forum innerhalb des regulären Forums besitzen, daher rafft er nicht ganz, wozu dieses Forum notwendig ist, doch die Antwort auf diese Frage existiert, ist für ihn aber nicht sichtbar, da Chefmagier Thorwyn auf Anregung von ehem. Chefmagier Stavos für jeden Rang ein eigenes Forum erschaffen hat, damit sich jeder Rang besser und geheimnisvoller als die ihm unterlegenen Ränge fühlen kann.
Frank ist nun also neu bei den Feuermagiern. Aus irgendeinem Grund sind plötzlich im RP alle Gardisten böse auf ihn und er liest mehr als einmal den Satz “Wie ich diese Typen hasse…”. Diesen Satz wird er auch von jenen hören, die noch vor einigen Tagen behauptet haben seine besten Freunde bei der Garde zu sein.
Schockiert über diesen Befund wendet sich Frank per Brieftaube an den Schreiber des Gardisten. Der erwidert nur: “Ja, sry, aber erzähl sofort, was ihr Magier gerade macht!” Da Frank nichts weiß, ändert sich die Situation wenig. Um ein wenig zu entspannen begibt Frank sich nun erstmal in den Chatraum. Auch hier ist der Empfang mehr als kühl und nur wenige (Genau genommen niemand) wagt es Frank unvoreingenommen gegenüberzutreten. Woran liegt das? Frank weiß es selber, hatte es aber verdrängt:
Feuermagier sind unbeliebt. Nur selten verirrt sich einer in den Chat und wenn dann nur um ganz professionelle Botschaften auszugeben, wie: “Hey xy: Dein RP im alten Lager ist schlecht. Lass das bitte von einem Mod löschen.”

An dieser Stelle unterbrechen wir die Geschichte um Frank fürs erste. Sie scheint einiges herzugeben und daher möchte ich sie mir für spätere Gelegenheiten aufbewahren. Kommen wir jetzt zur Grundfrage zurück: Was haben die Minenkolonie und das Kaiserreich gemeinsam?
Beide sind pyramidisch geordnet, mit einem Kaiser (Im Falle der Minenkolonie sogar eines Gottkaisers, Sajeth) an der Spitze, unterstützt durch seinen Kanzler und die Minister. (Die Minenkolonie-Moderatoren). Auch lässt sich die kaiserliche Kamarilla in der Minenkolonie wieder finden. Wir kennen sie ja schließlich, jene Spieler, die offiziell einfach nur gut sein sollen, deren Macht sich aber viel mehr darauf beruft, dass zwei Straßen weiter ein Moderator wohnt… Schlussendlich die breite Masse. Auch diese ist logischerweise in der Minenkolonie vertreten und ähnlich wie im Kaiserreich protestiert sie nicht. Sie ist mit dem Staat zufrieden und würde es niemals wagen Majestätsbeleidigung zu begehen.

Und jetzt zum “grande finale”:
Der Extra-Teil über die Feuermagier. Ab diesem Punkt könnte ich mir theoretisch jegliche weitere Ironie ersparen, da die vorgefallenen Ereignisse an sich schon derartig lächerlich anmuten, dass Sarkasmus den Bogen eventuell überspannen könnte. Ich denke aber, dass ich allein aus persönlichen und meinetwegen auch niederen Rachegelüsten diesem Drang nachgehen werde.
Die Vorgeschichte: Wie oben schon erklärt sind die Feuermagier in der Minenkolonie eine der unbeliebtesten Gilden, wenn nicht gar die unbeliebteste. Worauf beigründet sich das? Einerseits darauf, dass alle anderen Gilden außerhalb des RPGs gut miteinander klarkommen und die meisten Spieler regelmäßig den Chat aufsuchen. Was hat das jetzt mit den Magiern zu tun? Nun ja, die Magier tun das nicht. Erklärungen gibt es viele: Mal ist ihnen der Chat zu kindisch, mal möchten sie sich einfach nicht einfügen und mal gibt es irgendeine alte Rechnung mit Sajeth, weswegen man sich nicht die Chuzpe gibt dessen Chat zu besuchen. Andererseits liegt es aber auch daran, dass die Feuermagier (Oder zumindest ihre Gildenführung) die Charakteristika des archetypischen Magiers (Wow, klingt der Satz toll…) ein wenig zu ernst genommen haben und auch außerhalb des RPGs ihre Arroganz zur Schau stellen und behaupten, die beste Gilde in der Minenkolonie zu sein. Eine Einstellung, die gerade dem Orklager, welches diese Einstellung ebenfalls vertritt (Allerdings mehr Moderatoren und Admins beherbergt), absolut nicht gefällt. Als drittes wäre da noch die Tatsache zu nennen, dass Sajeth zu Beginn der Minenkolonie einem Freund, welcher durch große Mitarbeit und auch durch Geldspenden aufgefallen war, die Leitung über die Feuermagier versprochen hatte. Seitdem liegt der unbenutzte Charakter “Kriegspriester Horendus” quasi als Karteileiche herum. Über Horendus werde ich kein schlechtes Wort verlieren, da ich die Gründe für seine Abstinenz nicht kenne.
Jedenfalls sind die Feuermagier ein wenig… unpopulär. Aus diesem Grund hat sie jener, die ganze Minenkolonie betreffende Mitgliederschwund besonders getroffen, so dass von ursprünglich knapp zwanzig Mitgliedern mittlerweile nur noch zehn da sind, von denen mehr als die Hälfte inaktiv ist. Da diese Tatsache damit gekoppelt ist, dass die Personalpolitik der Feuermagier in der Vergangenheit recht ahnungslos erschien, entsteht auch innerhalb der Gilde ein nicht zu unterschätzender Konflikt, denn da der Gilde Mitglieder fehlen, die eine breite Basis bilden könnten, ist es für Neuankömmlinge beinahe unmöglich aufzusteigen, da jeder Aufstieg bedeuten würde, dass eine Person zum beherrschen wegfällt. Dieser Konflikt schwelt also im Untergrund vor sich hin. Erschwerend kommt hinzu, dass jenes Spitzentriumvirat der Feuermagierleitung eigentlich nie dauerhaft RP gemacht hat. Thorwyn macht höchstens einmal die Woche RPG, was verständlich ist, wenn man viel zu tun, aber wiederum nicht verständlich ist, wenn man gleichzeitig dem Vorschlag mehr Druck auf die Mitglieder zu machen zugestimmt hat. Juraviel, wiederum macht höchstens einmal alle zwei Wochen RPG, da er schon seit fast einem Jahr behauptet im dicksten Abiturstress zu stehen. Jene Unzufriedenen, die täglich RPG gemacht haben und seit Monaten nicht befördert wurden, ballen da natürlich die Faust in der Tasche und beißen die Zähne zusammen, da es die Gildenleitung offenbar nicht für nötig hält abzutreten. Wenn jemand seinen Pflichten nicht gerecht werden kann, ist es in jedem Hobby oder Beruf notwendig abzutreten um dann Platz für neue Mitglieder zu machen. Dies ist aber offensichtlich nicht geschehen. Stattdessen kam es zu immer mehr Weggängen in den unteren Rängen, die von der Gildenleitung meist verständnislos als “ungeduldige Verräter” abgestempelt wurden.
Dann kam der Umbruch. Thorwyn hatte mittlerweile die Amtsgeschäfte an Juraviel übergeben ohne aber sein Amt zu räumen. Doch lange schon zog jemand anderes im Hintergrund die Fäden. Dieser jemand flüsterte Juraviel zu, dass es sinnvoll wäre die durch den Weggang einiger wichtiger Führungsmagier gerissenen Löcher mit den verbliebenen Magiern zu stopfen und das Rangsystem so neu zu etablieren. Ich möchte an dieser Stelle nur kurz erwähnen, dass ich selbst den gleichen Vorschlag einige Wochen vorher eingebracht hatte, aber mit den Worten “Es gibt keine Löcher!” abgeschmettert wurde. Juraviel setzte nun also die “große juravielanische Reform” in Gang. Ich zählte damals zu jenen Glücklichen, die im Zuge dieser Aktion befördert wurden. Was Juraviel und sein Geisterhafter Stichwortgeber nicht bedacht hatten, war die “außenpolitische” Wirkung: Die anderen Gilden waren gar nicht erfreut über die Umstellung und zeitweise gab es sogar Drohungen von Seiten der Admins, wenn ich mich recht entsinne. Dennoch trat für einige Tage die beabsichtigte Wirkung ein: Aktivität und Innovativität erreichten nie da gewesene Spitzen. Eine Woche später… war wieder alles eingeschlafen. Ich persönlich bin zwar täglich online gegangen, habe dann allerdings nichts großartiges gemacht. Juraviels Aktion hatte also keinen Erfolg gezeigt. Doch in diesen Stunden der Not erschuf sich Juraviel sein eigenes Nemesis: Indem er seinen Wortgeber Valya ebenfalls zur Gildenleitung ernannte, beschwor er sich den Zorn der Räte (Das waren wir aber das nur am Rande.) herauf, denn leider hatten wir bei unserer Beförderung missverstanden, dass man als Rat nicht seine eigene Meinung sagen sollte, sondern eher still bleiben sollte. Also fragten wir nach dem Grund dieser in unseren Augen ungerechtfertigten Beförderung. Anstelle einer Antwort erhielten wir ein “Gut, dann trete ich halt zurück, wenn es euch nicht passt! Ihr seid doch eh nur neidisch!” und die Bemerkung, dass wir kindisch sein und nur “mimimi” (Ein von Sajeth geschaffenes Modewort, dass durch Valya, die als einzige Magierin Kontakt zu Sajeth hatte sogar ins Lager der eingefleischten Antis geraten war.) von uns geben würden. Eine nahezu gleiche Stellungnahme verfasste dann auch Juraviel, während Thorwyn sich durch ein “Ja, so ist es gut! Räte sagt eure Meinung, aber vergesst den Streit und habt euch lieb!” aus der Affäre zog. Nachdem dann auch noch herauskam, dass Juraviel sich die meisten unserer meist aus Wut und Enttäuschung sehr langen Posts nicht durchgelesen hatte und auch noch sehr stolz darauf zu sein schien, verabschiedete erst ich und dann Victoria sich aus der Gilde. (Wäre ich Cicero würde ich mit einem Trikolon darauf hinweisen, dass Ich derjenige war, der Juraviel überführte und Ich es war, der Victoria schließlich zum Abgang brachte. Da ich aber nicht weiß, wie so ein Trikolon geht, kann ich das leider nicht machen…) Kurz nach meinem Tod im RPG wurde mein Post von Juraviel gelöscht und meine Account im Forum, sowie meine IP-Nummer gelöscht. Tragisch nur, dass Victoria und Noctus (Meine Mit-Räte) Juraviel zuvorgekommen waren und den Post doch gelesen hatten. Victoria stellte ein letztes Ultimatum: Schuldeingeständnis, Einbeziehung der Räte und Widerherstellung meines Posts binnen einer Woche, ansonsten Abgang Victorias. Nach anfänglichen Schuldeingeständnissen Juraviels, der wohl erkannt hatte, dass er die Gilde ohne Rat nicht leiten konnte, versank auch dieser Vorsatz im Wasser und auch Victoria verließ die Gilde. Ironischer Weise habe ich kürzlich erfahren, dass Valya sich nach langer Inaktivität mit großem Pomp aus dem RP zurückgezogen hat. Fast tragisch. Ebenfalls tragisch ist, die Falschheit, die mein ehemaliger Chef Thorwyn zum Ausdruck bringt: Einerseits erklärt er vor den Räten, dass er unsere Ansichten teilweise teile und Mitsprache der Räte will, aber andererseits erklärt er im (Nicht ganz) Räte-freien Admin Bereich des Forums, dass die Räte ruhig gestellt werden müssen. Das passt sehr gut zu den Anti-Sajeth-Äußerungen Thorwyns mit denen eine ständige öffentliche Belobhudelung und Unterstützung Sajeths Hand in Hand geht.

Zum Abschluss noch: Dieser Artikel spricht NICHT hauptsächlich die Anhänger der Minenkolonie an, die mir wohl in keinem Punkt zustimmen würden. Vielmehr möchte ich jene warnen, die nachdenken sich diesem Browsergame anzuschließen. Die technische Umsetzung mag brillant sein, aber die Menschen dahinter, sind es sicher nicht. Die Mitglieder der Minenkolonie (Sofern sie sich denn hierhin verirren) möchte ich eher nebensächlich ansprechen und mahnend den Zeigefinger erheben. Noch ist die Kolonie nicht verloren! Ich hoffe, dass der Serverreset im nächsten Jahr auch eine Umstellung der Personalpolitik mit sich bringt…

In diesem Sinne und mit den besten Wünschen,
Jordan

Palpatine oder „Warum die galaktische Republik nicht funktionieren kann.

Guten Morgen.

Nach längerer Abstinenz melde ich mich mal mit einem sehr unspannenden Thema zurück. Wenn sie wissen wollen, welches Thema gemeint ist, lesen sie bitte noch einmal die Überschrift.

Gut, kommen wir zum Thema. Für die Unwissenden: George Lucas stellt in seinen Star Wars Filmen die galaktische Republik als den Vorläufer des Imperiums vor.  Das Imperium (das in der Star Wars-Welt nach der Republik aber in der realen Welt vor der Republik kommt… Aber das ist ja eigentlich egal.) ist eine von Palpatine diktatorisch regierte Vereinigung mehrerer tausend Welten, die von Palpatine durch lokale Militärgoverneure regiert werden.

Währenddessen ist die galaktische Republik als Staatsform demokratisch. Es gilt: Jeder Planet hat prinzipiell seine eigene Regierung, deshalb sind im Senat der Republik sowohl demokratisch gewählte Abgeordnete als auch von Monarchen und Diktatoren ernannte Delegierte vertreten. Dennoch hat der Senat generell die Autorität planetare Regierungen zu bevormunden doch wird von dieser Möglichkeit nur sehr selten Gebrauch gemacht. Eigentlich ist der Senat nur dazu da, um zu vermitteln und interplanetare Streitfälle zu klären. Ebenfalls existieren sowohl Republik als auch Senat seit 25.000 (!) Jahren. Natürlich ist es da logisch, dass sich bis dahin unzählige Komittees und Ausschüsse gebildet haben, die jeden einfachen Antrag in eine unendlich lange Farce verzögern. Bis dahin empfinde ich noch alles (außer Hyperantrieb, Antigravitation und Lichtschwertern) als logisch.

Weit mehr verwundert mich folgende Tatsachen: 1. Es dauert 25. 000 Jahre bis jemand auf die Idee kommt  sich zum Diktator aufzuschwingen. (Palpatine) Ich kann einfach nicht glauben, dass 25.000 Jahre nur nette Leute in die Politik gegangen ist. Außerdem wird ja gesagt, der Senat sei korrupt. So korrupt kann er nicht sein, wenn niemand versucht die Macht an sich zu reißen.

2. Die in Episode I dargestellte Bürokratie ist nichts im Vergleich zu dem, was in realen Parlamenten, die nicht schon seit 25.000 Jahren existieren passiert. Von 25.000 Jahren wachsender Bürokratie erwarte ich mehr als einen Ausschuss! Ich erwarte tausende von Reglementierungen, die allein dann greifen, wenn ein Abgeordneter hustet! Das mag überzogen klingen, ist aber letztendlich logisch. Man weiß ja, wozu Bürokraten fähig sind.

3. Palpatine lässt sich in Episode II Notstandsvollmachten übertragen. Zusammen mit seiner Senatorenmehrheit kann er dadurch die Verfassung ganz nach Lust und Laune ändern. Selbst die Weimarer Republik hatte bessere Sondervollmachten! Niemals darf eine Notstandsverordnung die Verfassung angreifen und unterminieren. Selbst eine Senatsmehrheit kann sowas nicht befürworten! Die „galaktische Verfassung“ erscheint mir trotz ihres hohen Alter (ebenfalls 25.000) Jahre seeeeehr unausgereift und es stellt sich die Frage, wie die Republik so lange bestehen konnte.

4. Palpatine lässt am Ende von Episode III sämtliche Jedi ermorden, weil 3 Jedi Meister ihn angegriffen hatten. Das ist Schwachsinn. Eine so lange bestehende Gesellschaft sollte doch in der Lage sein zu differenzieren und nicht einfach auf Palpatine zu hören. Selbst wenn die 3 Jedi Meister das getan haben, der Jedi Orden steht offiziell in keiner Verbindung mit dem Angriff. Palpatine hat einen nicht mal vor seinen Sondervollmachten gerechtfertigten Massenmord begangen. Das scheint bei seiner Antrittsrede zum Imperator aber niemanden zu interessieren. Das verwundert, da dieses Argument ja eigentlich das absolute Killer-Argument gewesen wäre. Man stelle sich folgende Szene vor:

Palpatine: …Wird die Republik umgestaltet werden! Und zwar zum ersten galaktischen Imperium!

Amidala: (Naboologe fliegt in den Raum) Delegierte des Senates! Ich stelle einen Antrag gegen dieses Imperium des Kanzlers.

(Aufruhr)

Amidala: Wie der Kanzler selbst bestätigt hat er vor wenigen Stunden den Befehl zur Auslöschung des Jedi-Ordens gegeben, gerechtfertigt dadurch, dass 3 seiner Mitglieder dem Kanzler nach dem Leben trachteten. Das ist absolut verfassungswiedrig. Wir können ja auch nicht die Klonarmee entlassen nur weil 3 Einheiten desertieren. Ich werfe dem obersten Kanzler hiermit einen nicht durch den Krieg gerechtfertigten Massenmord vor. Wenn sie nicht dafür stimmen, werde ich diese Klage vor das oberste Gericht bringen. Ich plädiere den Kanzler festzunehmen und zu entmachten!

Ende aus, Micky Maus. Da hätte der Kanzler aber ziemlich dumm aus der Wäsche geguckt. Ich meine klar es ist ein Film, aber wenn sich George Lucas die Mühe macht sich selbst Gedanken über den Knauf von Palpatines Lichtschwert zu machen, wäre es doch nur angebracht sich auch ein paar Gedanken über die Verfassung zu machen. Jetzt kommt mir garantiert Daniel daher, der sagt: „Hey, es ist halt ein Actionfilm!“

Dann sage ich: Wieso hat George Lucas denn dann großspurig behauptet, dass der Film politische Anspielungen habe und generell sehr politisch sei? Wenn er diesem Anspruch gerecht werden will, sollte er sich auch wirklich Gedanken machen!

mfg

Jordan

Individualität

Individualität ist ein Begriff der seit einiger Zeit durch das SchülerVZ geistert. Dieser Begriff bezeichnet die Eigenschaft eines Menschen einzigartig zu sein. Und das ist scheinbar ein ziemlich erstrebenswertes Ziel, denn ich bin mir sicher, dass wenn man eine Wörterzählung im SchülerVZ machen würde, dass Individualität den ersten Platz belegen würde, dich gefolgt von „Liebe“ und, gut eigentlich ist es ein Satz, „kA, lernt mich einfach kennen!“.

Auf beinahe jeder 2. Seite im SchülerVZ findet man einen Verweis auf Individualität oder ihren Gegenpart, den widerwärtigen „Normalo“.  Das sind dann meistens so Aussagen, wie „Was ich nicht mag: Normale Menschen“. Eigentlich müssten diese Leute (und das sind ganz schön viele) keine Freunde haben, denn die meisten von uns sind anatomisch normal. Gut der Vergleich hinkt aber was ich damit sagen will ist: Normal und Individuell sind zwei sehr dehnbare Begriffe. Ich zum Beispiel empfinde mich eigentlich als normal, allein um gegen den Strom von lauter unglaublich individuellen Menschen zu schwimmen (Daniel: Doch dazu später mehr).

Dennoch habe ich nicht das Gefühl, dass man mich dafür hassen würde. (Neee, die meisten hassen mich wegen anderen Sachen…) Auch hier liegt das wieder am dehnbaren Begriff. Vllt. empfinden mich meine Bekannten (Nein, das wird jetzt keine Abhandlung über „Freunde“. Das mach ich nächste Woche.) als individueller als ich mich selbst empfinde. Das würde mich ärgern, weil mein ganzes Trotzen dann ja seine Wirkung verfehlt hätte. Nein, was ich sagen will, ist, dass (Und jetzt komm ich glaub ich endlich zum Punkt) ich selbst auch die meisten Leute die sich selbst als so individuell empfinden, sehr normal finde. Normal im Sinne von „schwimmt mit dem Strom“. Ich weiß ja nicht, ob das nur meine Meinung ist, aber wenn die Mehrheit plötzlich beginnt gegen den Strom zu schwimmen, dann sind sie keine „Rebellen“ sondern bloß ein Kreisverkehr. Im Moment scheint es halt gängige Mode zu sein, dass man behauptet NICHT mit der Mode zu gehen. Gut warum auch nicht? Ist ja auch ne Art von Leben. Es ist nur sehr arrogant und auch sehr dämlich dann auch noch zu behaupten man wäre der einzige der sich so verhält, der einzige, der Chucks und Vans trägt, der einzige, der sich die Haare schwarz färbt, der einzige der Palästinenser-Schals trägt. Das ist in sofern dämlich als dass man auf den Freundeslisten dieser Personen meist genaue Ebenbilder findet. Die Kategorie „Was ich nicht mag“ ist meistens absolut identisch. Bei Mädchen ist es „Krieg, Schlampen, Biatches und Langeweile“ bei Jungen sind es „Langweiler, Schule, Lehrer, Lügner“.  Das kann man ja noch auf Einfallslosigkeit schieben. Es soll ja auch Menschen geben, die nicht den ganzen Tag nörgeln. Ich frag mich wie die das machen… Egal. Erstaunlich wird es dann schon bei „Was ich mag“. Hier sollte sich ja eigentlich zeigen, wie individuell der Besitzer der Seite ist. Man erwartet jetzt ganz verschiedene Aufzählung, aber leider wird man nur bei seinem ersten Besuch im SchülerVZ überrascht und selbst dann hält sich der Schock in Grenzen, denn man kennt das ja alles schon vom Schulhof. Bei Mädchen ist an dieser Stelle „Zeichnen“ sehr beliebt. Die Hardcore-Individualisten gehen hier noch einen Schritt weiter „Manga zeichnen“. Es wäre sehr Dawkinshaft jetzt zu erwähnen, was ich vom Manga zeichnen halte, aber gut, die Geschmäcker sind verschieden. An nächster Stelle folgt dann bei Singles „Liebe“ meist geschrieben mit einem verlängertem mittleren „e“ um das geschmachtete Seufzen zu untermalen oder was weiß ich. Bei Menschen, die bereits zu einander gefunden haben, findet sich hier eine Auflistung von ziemlich vielen Herzsymbolen und dazwischen ein „maA sChadzZ! :D „. Auch hier kann man sagen „Gut, wenn sie sich lieben…“ So im Nachhinein betrachtet ist das auch ein sehr schlechter Beweis…  Ich glaub das lösch ich bei Gelegenheit. Fangen wir nochmal von vorne an:

Was ich sagen will ist, dass sich viele SchülerVZ-Seiten sehr ähnlich sehen. Verhaltensforscher werden sagen „Nicht verwunderlich, der Mensch ist ein Herdentier und ein Nachahmungstäter.“ Seine Heiligkeit, das bin im Übrigen ich, wird sagen: „Ja, schon, aaaaaaaber: Warum behaupten sie dann alle von sich individuell zu sein?“ Das war dann die Frage, die ich mir seit einiger Zeit stelle. Erst hab ich gedacht: Vielleicht behaupten sie, individuell zu sein, weil sie sich in Gruppen aufsplitten? Wer Fantasy-Rollenspiele spielt (Es sind KEINE schweinischen Rollenspiele gemeint! Ich meine RPG.) kennt das: Das Spiel bietet eine Reihe von Gilden denen man sich anschließen kann, je nachdem wie sie zu einem passen.  Jemand der einen Bogenschützen spielt wird sich eher der Soldatengilde als der Magiergilde anschließen, weil es besser passt. Das selbe Verhalten kann man auch in Klassenräumen beobachten: Hartgesottene Teenager hören harte Musik und schließen sich zu noch härteren Gruppen zusammen um noch härtere Drogen (Cola) zu konsumieren. Das sind Hip Hopper. Der Spieler kann den Hip Hoppern nur beitreten, wenn sein Intelligenzlevel einen gewissen Bereich nicht überschreitet oder er so tut als wäre er dumm. Außerdem muss sein Gewaltlevel hoch sein. Eine andere Gilde die seit der neuen Version von „Schule“, einem ziemlich üblen Fantasyrollenspiel, dass an Harry Potter angelehnt ist implementiert ist, sind die „Emos“. Emos, das sind zartbesaitete Personen, die nicht selbstbewusst genug sind, sich einfach in den Mittelpunkt zu stellen, sondern das über Kleidung und Schminke erreichen wollen. Bei Mädchen fällt es nicht auf. Ein geschminkter Junge ist schon erfolgreicher. Außerdem lieben es diese „Emos“ (Nicht zu verwechseln mit Emus), wenn andere sie hassen. In der Praxis sind sie zwar meistens sehr beliebt, aber sie behaupten dennoch die unbeliebteste Gilde des Spiels zu sein. Leider geht der Anteil an „echten“ Emos rasant zurück, da sich ihnen mittlerweile sehr viele Spieler angeschlossen haben, die sich zwar schwarz kleiden und die entsprechende Musik hören aber nicht die psychischen Probleme eines Emos aufweisen. Das ist aber egal. Ich habe nicht vor diese Gruppierung zu erklären oder fertig zu machen, dazu bin ich nicht genug informiert und außerdem gibt es da eine ziemlich üble „Opposition“ zu solchen Statements in meiner Klasse…

Wenn man also sagt, dass Individualität bereits dann besteht, wenn man sich in Gruppen zusammenfindet, die alle untereinander unterschiedlich sind, dann sind die von mir gemeinten Personen tatsächlich sehr individuell. Das Problem ist nur, dass Individualität eher auf „Individuen“ also einzelne Personen abzielt. Also kann das nicht stimmen. Vielleicht ist es so, dass sie sich lediglich in der Wortbedeutung geirrt haben. Aber das wären dann ziemlich viele, die diesen Irrtum übernommen hätten – Das kann ich nicht glauben. Viel wahrscheinlicher finde ich die These, die ich irgendwo da oben aufgestellt habe: Das es einfach modern ist, zu behaupten man seie individuell.

Ich verurteile niemanden, der sich in Gruppen zusammenrottet. Der Mensch ist halt ein Rudeltier und braucht Gesellschaft. Das klappt in der Gruppe am besten. Es verwundert mich -nein- es kotzt mich ehrlich gesagt an, dass im Moment diese Heuchelei regiert. Anstatt sich selbst damit zufrieden zu geben zu sagen: „Ja, ich bin ein Hip Hopper/Emo/Metaller/Punk/was weiß ich“ setzen sie schnell hinzu „Ja, aber ich hab meinen eigenen individuellen Stil!“ Eine gewisse Individualität spreche ich ihnen gar nicht ab, schließlich sind es keine Klone. Aber es ist offensichtlich, dass ihr Streben daraufhinzielt mit der Masse zu verschmelzen um bloß nicht aufzufallen. In diesem Atemzug noch zu behaupten individuell zu sein, ist sachlich falsch und äußerst doof.

Als abschließendes Dingsda: Ich hab die ganze Zeit von der diffusen Mengen „ihnen“ gesprochen. Das ist natürlich grob vereinfacht. Es gibt natürlich viele Personen, die sich nicht in Gruppen zusammenfassen lassen, aber dennoch bildet die von mir beschriebene „große Individualistenbewegung“ eine Mehrheit. Auch möchte ich mich bei jenen Leuten entschuldigen, die sich selbst als Emo fühlen und sich angegriffen fühlen. Ich hätte jederzeit mit jeder beliebigen anderen existenten Gruppe argumentieren können, aber die Emos bieten sich an, da sie als einzige Gruppe quasi den Ursprung der Bewegung bilden. Außerdem befindet sich unter meinen 3 Lesern auch eine goldene Schaufel, die man mit Beleidigungen gegen ihr verhasste Gruppen und Personen sehr gut ködern kann.

Ich hatte glaube ich noch einen wirklich abschließenden letzten Satz aber den habe ich vergessen…

Wie dem auch sei:

mfg

Jordan

Fira-Gold

Guten Abend wie ich bereits letzes Mal großspurig verkündete, befasst sich dieser Artikel mit „Fira-Gold“. Doch was ist Fira? Betreiben wir Traumdeutung. Es war eine laue Sommernacht… Halt, Stop. So war es ganz bestimmt nicht! Es war eine muffig, stickige Augustnacht, die ich nach endlosem MK-/Bridge Commander-/Warpfire- und Ogame-Zocken in meinem zerstörten Bett verbrachte. Damit sie sich ein Bild machen können: Stellen sie sich Holz vor, dass in kunstvoller Handarbeit zu einem Bett verarbeitet wurde. Jetzt stellen sie sich vor, dass jemand alle Schrauben lockert und den forderen Verbindungsbalken ansägt. Wenn sie jetzt noch meine Schwester sehen die mit voller Wucht auf das Bett springt, dann sind sie in meinem Zimmer, herzlich Willkommen und wenn sie nicht attraktiv sind auch „Auf Widersehen“. Wo waren wir? Ach ja, Fira Gold. Jedenfalls lag ich da halt so rum mit dem Körper in einer interessanten 10° Schieflage und las Star Trek Vanguard: Harbinger. Irgendwann bin ich dann weggeratzt und das nächste an dass ich mich erinnerte war ein riesiger Schriftzug „Fira-Gold“. Fira Gold, wie sich im Anschluss herausstellte war eine Firma. Für was? In meinem Traum verkauften sie schwarze Kästen und unterhielten Hotels, wahrscheinlicher ist aber, dass sie wirklich in Gold machten. Es folgt die kurze Geschichte der Machtübernahme durch Fira-Gold:

Als Jordan erwachte, fühlte er sich müde, sehr müde.  Ächzend setzte er sich auf und nahm seine Brille vom Nachttisch (Ja gut, das ist geschönt, aber ne Brille wirkt immer intelektuell). Der Wecker zeigte 06:15 an und Jordan wußte, dass er spät dran war und weil er spät dran war, zog er sich natürlich auch sofort an, kämmte sich und ließ im Spiegel seine strahlend weißen Zähne zu einem Lächeln aufblitzen. Er wußte natürlich, dass sämtliche Mädchen seiner Klasse verrückt nach ihm waren, aber er konnte nun mal nichts dafür, dass er so unglaublich gut aussehend… Ähh, ich schweife ab. Wir waren jedenfalls dabei, dass der unglaublich gut aussehende Jordan zum Bahnhof ging, wo er von seinem Schergen Jan begrüßt wurde, der ihn dienlichst bat bei ihm Mathe abschreiben zu dürfen. Natürlich überließ Jordan dem kleinen Jan seine Mathehausaufgaben und gemeinsam fuhren sie mit dem Zug zur Schule. Doch schon hier änderte sich etwas. Überall in der Stadt hingen plötzlich riesige Werbebanner. Nicht bloß Litfasssäulen oder plakatwände, nein, über die straßenschluchten der großstadt wuppertal waren überall schwarze Banner gehängt auf welchen mit goldener Schrift „Fira-Gold“ stand. „Was ist das nur?“ fragte Jan erstaunt und hob den Kopf. Jordan schüttelte nur den Kopf. „Wahrscheinlich irgendein moderner Markenkram.“ Da er selbst weiterging ohne das Banner weiterzubeachten, sah auch Jan sich gezwungen weiterzu gehen.

Im Klassenraum der 12c sah es fast aus wie immer. Nur dass einige Schülerinnen und Schüler heute etwas abseits standen und wütend einem weit größeren Pulk Kindern in der Mitte des Raums schielten. Den Mittelpunkt dieses Pulks füllte jemand aus, den man fast für symphatisch halten könnte, wenn einem nicht sofort bewusst wurde, dass es das unerklärte Ziel dieser Person war symphatisch zu erscheinen. Janine Cheddarcheese saß auf ihrer Schulbank und gab, wie desöfteren wichtige Reden von sich. Beschränkte sie sich meistens darauf handyschwingend auf ihre Wichtigkeit hinzuweisen nutzte sie dieses Mal einen merkwürdigen, Hutschachtel-großen Kasten, der auf ihrem Schoß lag um sich zum Mittelpunkt des Raums zu machen. Als Jan und Jordan eintraten, erklärte sie gerade: „… und da habe ich einfach zu geschlagen. Heutzutage muss ja jeder eine Fira-Box besitzen. Wer sowas nicht hat ist voll out.“ Betreten blickte ein Großteil der Gruppe zu Boden. Phelix, ein Schüler, der durch seine brillianten Physikleistungen hervortrat, meldete sich zu Wort: „Und was bringt uns das jetzt, Janine?“ Auch andere begannen zu murren und allgemeines Unwohlsein machte sich in der Menge breit. Leider raffte Janine nicht, dass sie nun mit der Selbstbeweihräucherung etwas zu weit gegangen war. „Dir gar nichts, du hast es ja nicht!“ Janine grinste in die Runde und begann schon einmal zu lachen, in der Hoffnung andere würden mitmachen. Die Menge zerstreute sich wieder und vereinzelt war ein resigniertes „Spasti…“ zu hören. Janine sah sich hilflos um.

Währenddessen hatten Jan und Jordan ihre Plätze erreicht. Jordan saß neben dem ruhigen, unauffälligen und nicht-gläubigen Daniel, der sich des öfteren mit Niklas Meckes, genannt Meckie in die Haare bekam, wenn dieser wieder die Existenz Gottes predigte. Zu Daniels Leidwesen hatte er sich auch den Ärger der örtlichen Prolls Thorsten, genannt „The Horst“, Alex, genannt „Zeroflex“ und Alex, den man einfach nur Alex nannte zugezogen, da er ständig mit den beiden Strebern Timon und Samson herumalberte. Ebenfalls nicht zu Daniels Weltbild passte jenes der radikalen Technokratin Lieselotte, die in jeder Politikstunde auf die Vorzüge der Technologie hinwies und die Klimaerwärmung als Scherz einiger Ökoaktivisten betrachtete. Es gab natürlich noch andere Mitschüler Jordans, aber diese aufzuzählen, würde zu lange dauern, daher beschränken wir uns darauf zu sagen, dass bis auf Janine (welcher man nachsagte von ihrem Vater jeden Wunsch erfüllt zu bekommen) niemand eine Fira-Box besaß und obwohl sie sich geschlossen gegen den Besitz einer solchen ausgesprochen hatten, starrten die meisten dennoch während der Mathestunde von Herrn Xehlian (die wiederrum einen hervorragenden Unterricht lieferte und es verstand witzig aufzutreten) neidisch zu der Fira-Box unter Janines Tisch. Niemand dachte sich etwas dabei und nur wenige fragten sich, wieso alle neidisch auf eine Box waren, deren Sinn niemand verstand. Einen Tag später wurde es offensichtlicher: Mittlerweile gab es ganze 10 Fira-Boxen in der 12c und der Druck auf die non-Mainstream-Belegung der Klasse wuchs. Anfangs noch harmlose Sticheleien, artete der Fira-Wahn immer mehr aus. Die Besitzer der Fira-Boxen taten sich in illustre Gruppen zusammen und ehemalige Freundschaften zerrissen, da die Besitzer solcher Boxen, die man bald nur noch Firaschisten nannte, sich selbst von ihren Normalsterblichen Freunden abkapselten. Nur die wenigsten Schüler blieben unter diesem Druck noch standhaft und am nächsten Morgen waren bereits die meisten ebenfalls zu Firaschisten geworden. Für die Verbliebenen, zu denen auch Jordan, Daniel und „the Horst“ gehörten erhöhte sich der Druck nun stark, da mittlerweile auch Lehrer von dem Phänomen betroffen waren. Fira-Lehrer legten ihre Bevorzugung von Mit-Firaschisten offen an den Tag und Herr Spröhdert, der Physiklehrer, versuchte beinahe Jordan zu verhaften, als dieser im Unterricht einen Papierflieger bastelte. Nur wenige Lehrer und Schüler waren noch nicht zum Firaschismus übergetreten und hatten es im Alltag vielfach schwerer. Als es kaum noch schlimmer kommen konnte, tauschte die Schulbehörde den Nicht-Fira-Mann Weebersen gegen einen anderen Direktor aus, Presster. Es dauerte nur wenige Tage und eine Massenentlassung lag auf dem Tisch, unterzeichnet vom Schulbeirat und dem neuen Direktor.

Am Morgen darauf hingen auf dem gesamten Schulgelände Fira-Banner aus und eine Durchsage des neuen Direktors bestätigte, was vielen bereits bewusst war. „Gegen Andersgläubige wird notfalls mit Gewalt vorgegangen.“. Mittlerweile waren auch Politik und Medien aus dem Tiefschlaf erwacht und teilten sich in 2 Lager: Jene, die von der Gefahr, die durch Fira drohte warnten und jene, die alles als Mode ansahen. Tag für Tag wurden die kritischen Stimmen weniger und eines morgens verstummten sie ganz. Vom Bundestag war mittlerweile seit Wochen nichts mehr zu hören gewesen, als eine Debatte über den Einsatz der Bundeswehr das Parlament völlig zerfasert hatte. Besorgte Eltern hörten nun auf ihre Kinder weiterhin zur Schule zu schicken und verbarrikadierten sich zu hause. Als dann auch noch ein Regierungssprecher bekanntgab, dass der Bundestag übereingekommen war, die Bundeswehr aufzulösen und nebenbei Deutschland in „Firanien“ umzubenennen, war das Chaos komplett. Firaschischten begannen stumm die Häuser von noch nicht gefiraten Familien zu umstellen. Die Telekom begann damit ihr Netz für alle Nicht-Firaschisten zu deaktivieren und Schokotickets galten auch nicht mehr für jeden. Als einer der Ersten erlebte Jordan die Firasierung mit. Die Firaschisten hatten begonnen einen Kreis um das Haus der Jordans zu ziehen und hilflos sah Jordan aus dem Fenster, wie sie immer näher kamen. In seiner rechten Hand hielt er ein Telefon, das plötzlich zu klingeln anfing. „Hallo?“ „Hie… hier ist Daniel. Jordan, sie kommen näher, was soll ich tun?“ „Ruhig, ganz ruhig, Daniel, es wird alles  gut. Am besten ihr versucht durch den Keller zu entkommen.“ „Gu…gute Idee.“ Man hörte wie Daniel am anderen Ende der Leitung seinem Vater etwas zurief und dieser daraufhin die Kellertür öffnete. Danach hörte man nur noch Schreie. „Mein Gott! Sie sind im Keller! Sie kommen hoch! Gott steh uns bei! Ah, ahh!“ Das nächste was Jordan vernahm war der nonchalante Vibrato der Fira-Werbestimme. „Diese Telefonleitung gehört nicht zum Firanetz. Wir bitten um Verständnis.“ „Daniel? Daniel!“ Doch die Leitung war bereits tot. Jordan wollte gerade das Telefon weglegen, als etwas gegen die Scheibe pochte. Es war einer der Firaschisten, der gegen das Küchenfenster klopfte. Der Kreis der Firaschisten hatte mittlerweile beunruhigenden Abstand zum Haus angenommen. Erschrocken wich Jordan zurück und ins Wohnzimmer, wo seine Schwester und ihre Eltern auf dem Sofa kauerten. Unendliche Angst legte sich auf Jordans Seele und trotz zahlreicher Selbstzweifel und dem Wunsch eher zu sterben, als dies geschehen zu lassen, wagte Jordan nicht länger Widerstand zu leisten. Er ging zur Haustür, berührte den Türknauf, starrte in die Augen auf der anderen Seite der Scheibe und zog die Klinke herunter. Durch den Spalt in der Tür flog eine Fira-Box hinein.

Zeitsprung.

Der Übergang war relativ glatt verlaufen. Alle Menschen abzüglich einer nicht nennenswerten Minderheit, die sich in den Bergen versteckte, waren nun Anhänger des großen Fira. Wer oder was Fira war, wußte zwar nach wie vor niemand, aber das machte nichts. Das Leben der meisten Erdenbewohner ging seinen gewohnten Gang, außer der Tatsache, dass ein Arbeitsplatz in der Fira-AG und im Fira-Hotel nun als Traumjob weit über dem eines Arztes getitelt wurde. Jordan war es gelungen als Zimmerjunge im Fira-Hotel anzuheuern. Er stand nun täglich in der Topmodernen Halle und hörte sich endlos lang die Aufnahme eines Radiowerbespots zu Fira an. Er war glücklich. Mehrere Tage strichen ins Land und außer der Tatsache, dass Jordans alte Bekannte Jana, Theresa und Lara mit dem neuesten Modell der Fira-Box, der Fira-Tasche durch die Hotellobby gingen, geschah nichts bemerkenswertes.

Alles war gut.

ANMERKUNG: Die Geschichte wurde ein wenig aufgemotzt und teilweise auch gekürzt, da man mit einem Traum als Grundlage nicht gut arbeiten kann. Ursprünglich gehen bspw. Jana. Lara und Theresa im Minirock und mit Sonnenbrillen durch die Lobby während der Retter der Welt Mario Mohr wird, der mit Kopfhörern im Ohr eine große Freitreppe sprengen wird, die irgendwas mit Fira zu tun hat.

Was kann man jetzt für eine Lehre darausziehen?

  1. Manipulation ist gefährlich
  2. Hütet euch vor Fira!
  3. Mario wird die Welt retten!
  4. Selbst jene, die wie Helden scheinen, können Verräter sein.
  5. Fira schützt nicht vor Miniröcken.
  6. Die Apokalypse kommt.
  7. gar nichts.

Ich persönlich finde die Punkte 1,3,4 und 7 sinnig. Ob Mario die Welt allerdings unbedingt vor Fira schützt will ich bezweifeln…

gute Nacht jedenfalls,

Jordan

PS: Auf vielfachen einfachen Wunsch hin, wird der Character Nicklas Meckes jetzt noch einmal beleuchtet. Nicklas Meckes ist einer der beliebtesten Menschen der Klasse. Es ist ihm zu verdanken, dass die Unterrichtsstunden jetzt mit dem Morgengebet begonnen werden und der Landtag über die Wiedereinführung des Scheiterhaufens debattiert. Dennoch lobt sich Meckes nie für seine Erfolge und ist stets zurückhaltend. Er ist auch noch immer Single, was aber weniger daran liegt, dass er keine Freundin bekommen kann, sondern eher daran, dass er sich penibel an das „kein Sex vor der Ehe“-Gebot hält.

Die halbe Bergpredigt und der Rest

-Ehe ich anfange: Der folgende  Text richtet sich möglicherweise gegen ihre religiösen Gefühle. Das tut mir leid für sie, ist aber nicht mein Problem. Nun zu meinem Problem: Ich versuche jetzt über die Bergpredigt zu reden, obwohl ich gerade mal eine Seite darüber im Religionsbuch gelesen habe. Ich bitte daher (auch wenn Daniel das nie tun wird) darum etwas nachsichtig zu sein, wenn ich Sachzusammenhänge verhaue. Ähh, fangen wir an-

Die Bergpredigt – Seit hunderten von Jahren gilt sie den Christen (naja, prinzipiell den wenigsten, aber das nur am Rande) als Kodex. Über die Jahrtausende ist natürlich nicht alles geblieben, wie es ist und der Stille-Post-Effekt hat eingesetzt. Hier wurde beim Abschreiben geschlampt, da wurde was dazu gedichtet aber immer wurde der Ursprungstext so verändert, dass eine Minderheit (Priester, Adel, Politiker) davon profitiert. Die Leidtragenden waren in den meisten Fällen natürlich die Gläubigen, die in ihrer Verbortheit jeden Dreck geglaubt haben und die Priester lachten sich ins Fäustchen und warfen Geld -Pardon, Ablassbriefe- in die Luft.

Aber wo fängt sowas an? In diesem Fall liegt es an der Bibel selbst. (Na gut es liegt eigentlich IMMER an der Bibel selbst…) Die Evangelien beschreiben die Geschichte eines Menschen, der teilweise bis zu 100 Jahre vor der Entstehung der Bücher selbst gelebt hat. Leider haben es die Schreiber nicht für nötig befunden, dass in einem Vorwort anzukündigen, stattdessen wird dem Gläubigen weiß gemacht, die Schreiber hätten ihre Infos aus erster Hand. Dem ist nicht so, weswegen ich persönlich auch dazu übergegangen bin, die Bibel als ein -nicht besonders toll geschriebenes- Geschichtchen zu sehen. Nichts weiter als einer der tausenden Romane den man heute kaufen kann.

Leider gibt es immer noch einige die die Bibel beim Wort nehmen. Prinzipiell ist mir das ja egal, ich muss gestehen in der 5. Klasse auch Spiderman beim Wort genommen zu haben… Das ist nur dann nicht mehr lustig, wenn das Grundphänomen des Glaubens einsetzt: Jeder glaubt, das einzig richtige zu glauben und sei es nur, dass die Wurst im Supermarkt zu teuer ist. Über solche Probleme diskutieren die meisten nicht und wer es doch tut, hat meist nur nachmittags Ausgang und eine Aggressionsbewältigungstherapie.

Diskutiert wird meist und gerade heutzutage darüber welcher Glaube denn der wahre sei.

[...]

Das bedeutet, dass mir der Text ausgegangen ist. Ich kann es aber absolut nicht haben meinem Ziel nicht gerecht zu werden. Seit zwei Tagen hab ich schon nicht mehr gebloggt. Ich beschuldige:

  1. -Reformator Juraviel
  2. -Daniel
  3. -Sim City
  4. -den Mann im Mond.

Das Thema mit dem Glauben greif ich später wieder auf, wenn ich den Faden wieder hab. Im Moment hab ich Lust einfach zu schreiben, worauf ich Lust hab.  Also im Moment interessiert mich Juraviels Revolution.  Für die, die jetzt nicht verstehen wen oder was ich meine: www.minenkolonie.de. Gestatten? Jordan, Feuermagier, Teilzeit-Imperator und hoch erfreut über Juras (mein Chef) Reformen! Dadurch bekomm ich nen tollen Titel und hab ein bisschen mehr zu sagen, was will man mehr?

Was ist noch wichtig? Hm… Ich habs in Sim City geschafft jede Ecke meiner Karte luft zu verschmutzen. Wenn unser Klassenöko das wüßte, würde sie mich knallhart erschießen… Das heißt eher mit nem Baum erschlagen und mich dann als Dünger verwenden… *grusel*

Tjoa… Wir nähern uns dem Ende, ich könnte jetzt über mein Liebesleben erzählen, da ich sowas aber nicht habe, bleibt dass aus, Schade.

Wer es jetzt wirklich geschafft hat, diesen Fliegenschiss durch zu lesen, kriegt einen Keks!

mfg

Jordan

BILD[-Blog]

Guten Abend, meine Freunde und solche die es nicht sind oder nicht vorhaben oder… egal

vielleicht hat sich einer meiner -ich glaube es sind mittlerweile ganze 3 Leser- die Mühe gemacht, sich die Kommentare mal durchzuschauen. Irgendwo erkläre ich, dass BILDblog mich mittlerweile doch enttäuscht. Wer in meiner Klasse -oder schlimmer in meinem Diff-Kurs- ist, weiß, dass es mir bis vor kurzem nicht allzu fern lag, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die Schlechtigkeit der Bild-Zeitung, ihres Online-Angebots und sämtlicher anderer Springer-Medien hinzuweisen. Damit verbunden war meist Werbung für das BildBLOG. So langsam fange ich aber an, deren Stellung als „Laus im Fell des Muttertieres“, wie es irgendjemand mal sagte (Sollten sie dieser Jemand sein, bitte ich sie, sich bei mir zu melden. Ein Zitat wirkt mit Autorenangabe viel informativer) zu überdenken.

Mehr und mehr erinnert mich das BildBLOG an einen religiösen Eiferer, der sein eigentliches Ziel aus den Augen verloren hat. Ich will nicht bestreiten, dass es scheinbar von Anfang an das Ziel des BildBLOG war, die Bild-Zeitung ihres ohnehin nicht sonderlich guten Rufes zu berauben, aber mittlerweile scheint „die Laus“ Gewohnheiten des Muttertieres anzunehmen. Das „Wir fotografieren zurück“ Projekt, war ja noch relativ harmlos, deutete aber bereits an in welche Richtung sich das Blog zu entwickeln begann. Im Anschluss folgte der brilliant gemachte Werbespot mit „Starbesetzung“, wie einige Privatsender gerne titeln. Diese bestand aus Anke Engelke und Christoph Maria Herbst, die ich beide einmal freundlich grüßen möchte.

Ähh, wo war ich? Ach so: Mit der Zeit entwickelten sich auch die Korrekturen, die BildBLOG anbrachte mehr und mehr zu Hetzschriften. Fast immer lässt sich am unteren Ende eines Artikels eine kleine Stichelei gegen das Lieblingsblatt der Blogger finden. Auch liest sich die Kategorie „Presseratsrügen“ mittlerweile mehr wie eine Urkundenwand. Als wollten die Blogger sagen „Seht, was wir erreicht haben!“. Von daher liegt die Behauptung eines namhaften Bild-Redakteurs oder Sprechers oder wasweißich nahe, der sagt „BildBLOG instrumentalisiert den Presserat als eigene Waffe“. Das darf nicht sein. Natürlich ist es der Sinn des BildBLOGs auf die Fehler der Zeitung hinzuweisen und den Leuten die Augen zu öffnen, aber sie mit dem ohnehin machtlosen Presserat zu bedrohen ist einerseits sinnlos und andererseits genauso aggressiv, wie die verhasste Zeitung. Auch die Extras in Form von „Wir treffen Norbert Körzdörfer“ sind in meinen Augen absolut unnötig. Natürlich, auch ich musste herzlich lachen, als ich dass Original gesehen habe, dass in seiner Sinnlosigkeit kaum zu überbieten ist, aber die Parodie, die BildBLOG darauf anwendet ist unlustig und eigentlich auch beleidigend. Damit möchte ich die Zeitung aber keineswegs in Schutz nehmen! Die Bildzeitung ist nicht in meiner Gunst gestiegen! Eher ist das BildBLOG gesunken. Ich finde den Urgedanken des BildBLOGs sehr gut und kann so ein Blog nur gut heißen, aber die Richtung in welche, die Blogger gegangen sind kann ich nicht akzeptieren. Sie haben Angewohnheiten angenommen, die sie eigentlich verurteilt haben. Und dass nicht nur ich so denke, zeigt sich in zahlreichen Kommentaren in ihrem eigenen Blog, als auch von anderen Seiten. Das BildBLOG demontiert sich auf diese Weise selbst, da es genau so hetzerisch wird, wie die Zeitung. Ich prophezeie: Wenn sich nicht bald etwas ändert, wird es zu Ausschreitungen kommen, die nur von Captain Picard und der Crew der Enterprise beendet werden können! …Wenn nicht vorher Luke Skywalker eingreift, aber bei dem weiß man ja nie, ist so ein unstetes Gemüt…

Worauf ich hinaus wollte: Wenn das BildBLOG wieder ernst genommen werden will, sollte es seine hetzerischen Kampagnen abmildern! Jetzt werden Kommentare kommen, die darauf hinweisen, dass das BildBLOG doch bestimmt nicht auf mich hören wird. Das werden sie nicht, das weiß ich, aber die Stimmen, die das gleiche verlangen wie ich werden immer lauter und wenn das BildBLOG endlich die Waffen herunternimmt und sich seiner Ursprünge besinnt, werden sie auch wieder umschwenken. Ich weiß das.

Soo, wir kommen zu Ende dieses Artikels. Ich hoffe es stört sich niemand daran, dass sowohl Schreibstil als auch Verständlichkeit unter aller Sau sind, aber ich hab zwischendurch ziemlich oft den Faden verloren und nebenbei Musik gehört. Sollten sie auch Bloggen, möchte ich ihnen empfehlen, dabei besser nicht Musik zu hören, das lenkt ab! Ich wette allerdings, dass dieser Artikel der goldenen Schaufel ein gefundes Fressen bietet. Mal sehen, wie lange es dauert, bis der erste Kommentar kommt…

Egal, ich hör jetzt langsam auf, sonst schreibe ich nur nochmehr Stuss, also

mfg

Jordan

Drafts

Da mir heute den lieben, langen Tag kein hochwichtiges Thema zum bloggen einfiel, hab ich gezeichnet. Meisterwerke sind es nicht unbedingt, aber zufrieden bin ich schon damit. Erstaunlicher Weise ist gerade die Costanzo-Karikatur gut angekommen, obwohl ich diese als ziemlich schäbig erachte. Naja, jedem das seine.

Hm, nun zur Preisfrage: Ordnen sie die folgenden Namen und Themen den Karikaturen zu.

  1. Dehnert a) Lehrplan
  2. Costanzo b) Präsident
  3. Zehlius c) Taschenrechner

Wer das schafft, kriegt ein wohlwollendes Nicken*, also strengt euch an.

*EDIT: Ich sprach von Nicken? Mein Fehler, ich werde beim atmen Eurer gedenken.

mfg

Jordan

Demokratie an Schulen

Guten Morgen,

zuerst wußte ich nicht was ich schreiben soll, aber dank eines netten Zufalls an unserer Schule ergab sich das Thema quasi von selbst. Scheindemokratie im deutschen Schulsystem.

Angeblich ist es logisch, bei einem Statement zuerst Fakten und danach die eigene Position zu nennen. Versuchen wir das mal.

Also: Fakt ist:

-Das Schulgesetzbuch (oder SchG wie es unter Poli-Diff Prolls genannt wird) schreibt demokratische Strukturen an deutschen Schulen vor. Wieso, weshalb, warum ist mir schleierhaft, aber gut.

-Das Amt des Schülersprechers, welches angeblich ebenfalls demokratisch aus den Reihen der Jahrgangs-, Klassen-, und Stufensprecher gewählt wird, wird eigentlich -ähnlich einer Monarchie von den Vorgängern weiter „vererbt“. Wenn die amtierenden Schülersprecher ein Nachfolgerpaar gefunden hat, wird der Vorschlag den Klassen-, Jahrgangs- und Stufensprechern unterbreitet, die dann dafür stimmen. Soweit meine Information.

-Ebenfalls werden Abgeordnete für das Schülerparlament nicht von den (langsam wird es nervig das ständig zu schreiben) Klassen-, Jahrgangs- und Stufensprechern vorgeschlagen und gewählt, sondern auf Anfrage durch die Schülersprecher erhoben. Deren Macht ist damit… ähh… mächtig, halt.

-Die Einführung der 60-MInuten-Stunden. Anstatt einen Text zu schreiben, der sowohl Vor- als auch Nachteile der 60min-Std. aufzeigt, versuchte Herr Weeber in seinem Text erst einmal durch Wörter wie „Curriculum“ seine geistige Überlegenheit zu demonstrieren. Darauf wollte ich aber nicht hinaus. Moment, ich hab den Faden verloren… Wo war ich? Ach ja: Stattdessen wurde auf 2 Seiten die Einführung belobhudelt. Ich will mal fair sein und sage: So schlimm sind die 60 MInuten Stunden auch nicht, ABER was ist aus den Lehrern geworden, die sich gegen die Einführung gestellt hatten? Sie werden in dem Brief mit keinem Wort erwähnt.

-Als Gravierendstes dann noch: Herr Costanzo will -anders als Frau Merten („Hundesteuer ist scheiße!“)- in Politik erst Fakten sammeln und dann debattieren. Das passt mir überhaupt nicht. Revolution!!!!

So, ok. Fakten hätten wir. Nun also meine Meinung, angereichert mit persönlichen Erfahrungen. Zuerst einmal der persönliche Plunder. Da ich in meiner Mächtigkeit und Geltungssucht unbedingt Vertrauensschüler werden musste (Es hat mich ja keiner gewarnt), hab ich jetzt die Sche*ße am dampfen. Als einziger Junge in einer Gruppe von Mädchen, die alleine das gesamte Selbstbewusstsein Kasachstans aufbringen können, ist man zwangsläufig eins, der Aaaa… Armin vom Dienst. Ich werde zwar nominell in Beratungen miteinbezogen, sobald meine Meinung aber nicht konform geht, werde ich ignoriert und übergangen. So kommt man leicht zu der Ansicht, nur Mitglied der Gruppe zu sein um es den dreien zu ermöglichen Vertrauensschüler zu sein (nur gemischtgeschlechtlich). Es folgt ein Dialog mit einem Mitglied meiner Gruppe.

Sie: „Bist du dafür, die Lehrer einmal wegen eines Ausflugs anzusprechen?“

Ich: „Ein Ausflugsdatum wird immer von den Lehrern entschieden. Wir sollten abwarten, bis sie uns ansprechen.“

Sie: „Du meinst also, wir sollten nicht die Initiative ergreifen?“

Ich: „Ja, das meine ich, aber da ich sowieso nur Alibi-Vertrauensschüler bin… [provokatives Rumgeheule]„

Sie: „Das kommt vielleicht daher, dass du dich auch nur wie ein Alibi-Vertrauensschüler benimmst!“

Ich: „Nenn mir ein Beispiel dafür!“

Sie: [geht]

Man muss dazu sagen, dass es sich um eine der politisch engagiertesten Schülerinnen der Klasse (In Ori-Stunden musste sie immer ihren Senf dazugeben mit Worten wie „Ich bin der Meinung, dass hier eine gravierende Kluft…“.) handelt. Einfach gehen um einer Antwort aus dem Weg zu gehen, finde ich dann allerdings doch etwas undiplomatisch. Da bin ich doch glücklich, Politik als Differenzierungskurs gewählt zu haben. Wir gehen nicht, wir diskutieren nicht, wir drohen mit „organisierter Kriminalität“, wie Herr Meier sich auszudrücken pflegt. Wie dem auch sei, Eine Stunde später -vermutlich um mir zu beweisen, wie unerheblich meine Meinung doch sei- fragte mich besagte Mitvertrauensschülerin im Treppenhaus, welcher Wald sich denn am ehesten zum Wandern mit den kleinen lohnen würde. DAS ist vollendete Demokratie*!

*wenn man das Lehrbuch nicht gelesen hat und gerade aus Nordkorea kommt…

Ähnlich wie diese Begebenheit, äußert sich Demokratie meiner Ansicht nach in der gesamten Schule. Man verbietet dir nicht den Mund oder droht dir mit Reppressalien, es bringt nur einfach nichts seine Meinung einzubringen. Das macht allerdings das Schülerparlament interessant: Du kannst Stellung beziehen, wie du willst, da du dir Sicher sein kannst, das egal was du unterstützt dich niemals zur Verantwortung zwingen wird. Die Einzigen, die an unserer Schule wirklich etwas zu melden haben sind die beiden Direktoren. Das ist auch gut so, allerdings erschließt sich mir dann nicht ganz, wieso man sich die ganze Mühe mit der sehr dilletantischen Scheindemokratie macht. Wie, ich glaube es war Konrad Adenauer, schon sagte: „Mehr Demokratie wagen“.

Entweder ihr lasst es ganz oder ihr macht was!

mfg

Jordan

Otto Wels -verzweifelter, neuzeitlicher Cicero-

So, nach langem Bedenken bin ich zu dem überaus wichtigen Entschluss gekommen, dass ich auch mal was ernsthaftes ausprobieren will.

Mit diesem Artikel gedenke ich einem meiner großen Vorbilder -Nicht Palpatine oder der Bofrost-Mann- Otto Wels.

Otto Wels lebte zur Zeit der Weimarer Republik als Sohn eines Wirtes. Traurige Berühmtheit erlangte er mit seiner letzten Rede, anläßlich des Ermächtigungsgesetzes. Wels, zu diesem Zeitpunkt Fraktionsvorsitzender der SPD, sah es als eine Selbstverständlichkeit an, dass er die Rede, mit der die verbliebene SPD gegen das Ermächtigungsgesetz stimmen wollte in der zum Plenarsaal umfunktionierten Krolloper halten würde. Gegen den Protest von jüngeren Parteimitgliedern, wie Kurt Schuhmacher oder Konrad Adenauer, begann Wels mit der Ausarbeitung seiner Rede. Man hatte ihm nahe gelegt sich vorsichtig auszudrücken und keine ihm sonst so typische Kampfesrede zu halten, da die NSDAP bereits zu diesem Zeitpunkt mehrere SPD Politiker durch Drohung und Verhaftung unschädlich gemacht und die KPD komplett verboten hatte. Auch Wels selbst wurde immer wieder von Polizei und SA bedroht. Bereits auf der Flucht kehrte er noch einmal nach Berlin zurück um seine Rede zu halten. Bedingt durch den Reichstagsbrand mussten Reichstag und Kabinett auf die von den Nazis hergerichtete Krolloper ausweichen. Diese wurde von Gardisten der SA bewacht oder besser bedroht und über dem Reichstagspräsidium hing eine gigantische Hakenkreuzflagge. Von der anwesenden SA und der Tatsache die einzige Opposition zu sein sichtlich verstört, gab Wels dennoch nicht auf und hielt seine Rede gegen das Ermächtigungsgesetz wie angekündigt. Leider blieb es bei der SPD als einzige Opposition. Lediglich 94 Gegenstimmen -allesamt SPD- waren gegen das Ermächtigungsgesetz.

Bereits wenige Monate später musste Wels ins Exil nach Paris, wo er 1939 schließlich verstarb.

Eine Aufnahme seiner Rede (ca. 8 Min.) lässt sich unter www.nationalsozialismus.de finden mit der anschließenden 26 minütigen Hasstirade Antwortrede Adolf Hitlers, die in meinen Augen allerdings nicht sonderlich hörenswert ist, es sei denn man hört sich gerne schreiende Spinner an… Jedem das seine.

Ebenfalls lesenswert ist das Plenarprotokoll der gesamten Sitzung, zu finden auf www.mitmischen.de ,der Jugend-Website des Bundestages.

Ich weiß, dass all jene, die in meiner Schulklasse sind, sich durch meine ständigen Rezitate langsam genervt fühlen. Ich schwöre Besserung! Dennoch ist Otto Wels in meinen Augen immer noch einer der mutigsten Menschen, von denen ich je gehört habe.

Naja, jedenfalls -ich wette ihr* freut euch schon richtig drauf- werde ich bald in Geschie ein Referat über Wels und das Ermächtigungsgesetz halten. Werdet krank, solange ihr noch könnt, mein Tipp.

mfg

Jordan

*Ihr sind die Leutchen aus meiner Klasse.

Menschen

Soo, mein erster richtiger Post.

Super, was? Da freu ich mich richtig. „Jetzt musst du nur noch einen Inhalt finden“ dacht ich so bei mir. Und als dann die werte Schaufel mein erstes Topic kommentierte, musste ich erstmal lachen und hatte dann ein Thema:

Menschen.

Klingt langweilig, isses wahrscheinlich auch. Es zwingt sie ja keiner das hier zu lesen. Wenn sie sich trotzdem nicht abschrecken lassen, bitte.

Mit Menschen meine ich Menschen, deren Auftreten ihnen auf die ein oder andere Art und Weise einen Platz in meinem Herzen (Magen/Galle/Nasennebenhöhle) beschafft haben.

Da fällt mir zu erst einmal Meister Ironie ein. Das sind Menschen ( Ja, davon gibts mehrere!), die von sich glauben große Meister der Ironie zu sein und sich im SchülerVZ mit entsprechenden Einträgen auf ihren Seiten mit dieser Fähigkeit selbst beweihräuchern. Das ist ja auch ihr gutes Recht, solange sie auch wirklich ironisch sind. Leider ergehen sich dann eben solche Wesen in Sprüchen wie „Ich f*ck deine ganze Generation!“ oder „Du bist dumm!“. Hab ich den Gag verpasst?

Dann muss ich da an den religiösen Menschen denken. Gut, wirklich erzreligiöse Menschen sind mir bisher nur ein Mal begegnet, leider sind sie danach nicht mehr gegangen und pöbeln mich seit dem mit unwitzigen, tiefgründigen Sprüchen an. Schade. Noch schöner wird es aber, wenn eben jene bibelfesten, zutiefst gläubigen Menschen „ihres nächsten Weib begehren“. Auf Anfrage wurde dann in der christlichen Glaubenswelt erstmal flugs die Hölle abgeschafft. Wer will schon für fremdgehen auch noch schmoren?

Und als letztes muss ich mich selbst nennen. Ursprünglich war hier ein Absatz über Motzer. Nachdem ich in einem gut gemeinten Kommi selbst zum größten Motzer aller Zeiten (GröMaZ) ernannt wurde musste ich den Teil hier ändern.  Tja… Ich, da lässt sich vieles nennen. Zuerst einmal ist dieser Jordan (aus der 3. Person lässt sich sowas leichter schreiben) ein ziemlicher Motzer, wie schon dieser Post belegt. Er hätte es sonst nicht nötig gehabt, sich über seine Umwelt zu beschweren. Ebenfalls spricht es nicht gerade für ihn, dass er dauernd Politiker werden will und dennoch bei jeder Klassensprecherwahl weggepunkt wird. Tja, Schade.

Ohh, das tat weh. Dafür muss ich bald mal schreiben, wie toll ich eigentlich bin… Auch hab ich den letzten Teil geändert. Hier stand eigentlich, dass ich mich über Kritik freue. Das ist so sachlich falsch. Ich freue mich NICHT über kritik sondern darüber Kommentare zu bekommen. Ich bitte dies zu entschuldigen.

Wem dieser Text bekannt vorkommt, ist übrigens BILD-Leser (oder BildBlogger, das wäre mir eine Ehre) denn er stammt aus der Bild-Korrektursparte. In diesem Sinne:

Ramen!

mfg

Jordan

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